Häufig gestellte Fragen zum Thema Milchkühe

Wie viel Milch gibt eine Milchkuh?

Das ist ganz unterschiedlich und kommt neben genetischen Faktoren vor allem auf die Fütterung an. Betriebe mit der Rasse Holstein (schwarz und braun) erreichen Jahresleistungen von bis zu 14.000 Litern Milch pro Kuh, wenn sie besonders viel Kraftfutter und Maissilage verfüttern.

Wie viel Milch geben Ihre Kühe?

Auch bei uns gibt es Unterschiede in der Jahresleistung, was aber primär am Alter der Tiere liegt. Im Schnitt geben unsere Tiere ca. 6.000 Liter Milch pro Jahr.

Warum geben Ihre Kühe so wenig Milch?

Wir verfüttern hauptsächlich nur eigenes Gras, Grassilage, Heu und Getreide. Damit lassen sich keine Spitzenwerte in der Milchleistung erzielen. Im Gegensatz dazu sind unsere Tiere wesentlich robuster und vitaler, da der Organismus nicht nur auf die Milchproduktion konzentriert wird. Selbst die von uns praktizierte Weidehaltung ist unter diesem Aspekt unwirtschaftlich: Es lassen sich durch Grünfutter keine Spitzenwerte erreichen, die Futterqualität schwankt im Laufe des Jahres und durch den Weidegang verbrauchen die Tiere Energie, die sie nicht für die Milchproduktion nutzen können.

Ist Weidehaltung dann überhaupt sinnvoll?

Aus wirtschaftlicher Sicht ganz klar: Nein. Doch für die Tiergesundheit und das Wohlbefinden der Tiere gibt es nichts Besseres. Kühe wollen frische Luft und Bewegung und würden selbst bei Schnee und Regen nach draußen gehen, wenn sie könnten. Nur bei zu niedrigen Temperaturen suchen sie Schutz. Bei Milchkühen muss man zudem aufpassen, dass die Euter nicht erfrieren, da sie relativ ungeschützt sind. Durch die Weidehaltung werden die Tiere zudem abgehärtet und sind vitaler, was sich auch am Lebensalter bemerkbar macht.

Wie alt wird eine Kuh?

Der Bundesdurchschnitt liegt für Milchkühe bei 5,4 Jahren. Es ist strittig, ob es einen Zusammenhang zwischen Milchleistung und Lebenserwartung gibt. Es gibt sowohl bejahende als auch verneinende Studien zu dieser Frage. Wir können unsererseits nur feststellen, dass es zwischen den Tieren Unterschiede gibt, gerade was die Fruchtbarkeit anbelangt. Trotzdem liegen wir gut 3 Jahre über dem Durchschnitt.

Warum werden Milchkühe geschlachtet?

Milchkühe werden primär zur Milchproduktion gezüchtet. Trotzdem werden auch Milchkühe geschlachtet. In erster Linie dann, wenn sie nicht mehr trächtig werden, gesundheitliche Probleme haben, oder nicht mehr wirtschaftlich sind. Besonders bei dem letzten Punkt gibt es starke betriebliche Schwankungen, was unter dem Begriff "wirtschaftlich" zu verstehen ist. Da wir ohnehin nur auf eine (unter-)durchschnittliche Milchleistung ausgelegt sind, ist unsere Toleranz, was die Mindestmilchmenge anbelangt, vergleichsweise groß. Trotzdem müssen auch wir wirtschaftlich arbeiten und so ist es umso trauriger, wenn eine eigentlich gesunde Kuh zum Schlachter muss, nur weil ihre Kosten nicht gedeckt werden können.

Haben Ihre Kühe Hörner?

Seit etwa 15 Jahren werden auch unsere Kühe enthornt. Wir verfolgen aufmerksam die Diskussion um die Enthornung in den Medien und in diversen Tierschutzportalen und können die Contra-Argumente teilweise nicht nachvollziehen. Erstens kennen wir in unserer Umgebung keinen einzigen Betrieb, bei dem die Enthornung der Kälber ohne Betäubung durchgeführt wird. Es macht auch wenig Sinn auf die Betäubung zu verzichten: Die Mehrkosten sind minimal, die Kälber halten still, so dass in Ruhe und sorgfältig gearbeitet werden kann und bisher hatten wir noch nie den Eindruck, dass die Kälber während oder nach der Behandlung "leiden" würden. Dabei muss man wissen, dass Kühe sogenannte Stillleider sind. Wenn Kühe Schmerz empfinden, dann ertragen sie ihn bis zu einem gewissen Grad im Stillen. Es gibt aber Indikatoren, die auf ein Unwohlbefinden schließen lassen: unruhiges Verhalten, starre Augen, Futterverzicht und Abgrenzung von der Herde. Ein Beispiel, wie eine Enthornung durchgeführt werden sollte, zeigt der Bayerische Rundfunk:

Zweitens: Im Prinzip gibt es zwei wesentliche Argumente, die für die Enthornung sprechen: Zum einen wird dadurch die Unfallgefahr erheblich reduziert. Wie in dem obigen Video bereits geschildert, muss eine Verletzung durch die Kuh nicht absichtlich erfolgen. Ein ruckartiges Schwenken des Kopfes, um etwa Fliegen zu verscheuchen, kann schon zu schweren Verletzungen führen, wenn man gerade neben der Kuh steht.

Zum anderen sind Kühe Herdentiere mit einer strengen Hierarchie. Der Platz in der Hierarchie wird sich erkämpft. Mit Hörnern ist die Verletzungsgefahr für die Tiere hoch und zwangsläufig. Wir selbst kennen aus der Zeit, in der unsere Tiere noch Hörner hatten, tiefe Stichwunden, abgebrochene Hörner und zahlreiche blutige Schrammen. Und das ist kein unnatürliches Verhalten, wie manche Tierschützer meinen und was sie auf die Haltungsbedingungen zurückführen. Dieses Verhalten ist bei allen Herdentieren in der freien Wildbahn zu beobachten und ist absolut natürlich. Für uns stehen die Verletzungen der Kühe durch die Hörner deshalb in keinem Verhältnis zu den angeblichen "Schmerzen" während der Enthornung, solange diese ordnungsgemäß unter Betäubung durchgeführt wird.