Häufig gestellte Fragen zum Thema Stallbau

Welche Art von Stall soll gebaut werden?

Geplant ist ein Laufstall, indem sich die Tiere frei bewegen können. Die Tiere haben eigene Liegeboxen, in die sie sich zurückziehen können. Fressen tun alle Tiere gemeinsam am Futtertisch, aber auch hier kann jede Kuh entscheiden, wann sie fressen möchte. Auch wird es einen planbefestigten Außenbereich geben, in dem die Tiere im Winter, wenn die Weidesaison vorüber ist, raus an die frische Luft können.

Für wie viele Tiere ist der Stall geplant?

Der Stall soll sowohl für die Kühe als auch für die Rinder und Kälber gebaut werden. Geplant ist ein Stall mit 91 Liegebuchten für Kühe auf der Kuhseite, wobei die Herde nur auf ca. 80 Tiere aufgestockt werden soll. Die restlichen Plätze sollen als Puffer dienen, damit auch rangniedere Tiere sich wohlfühlen und nicht von ranghöheren Tieren gestört oder verdrängt werden. Bei einer Herdengröße von 80 Kühen muss man jeweils noch 60 Plätze für Rinder und 40 Plätze für Kälber einplanen (Unterbelegung schon eingerechnet).

Bleiben die Tiere dann das ganze Jahr im Stall?

Nein. Der Weidegang ist fester Bestandteil unseres Konzepts und unserer Philosophie. Die Weidesaison geht erfahrungsgemäß von Anfang Mai bis Mitte November, kann aber witterungsbedingt leicht variieren. Auch in besonders trockenen Jahren, wenn das Gras nicht schnell genug nachwächst und die Kühe im Stall gefüttert werden müssen, werden wir die direkt an dem Stall liegenden Wiesen als "Joggingwiesen" ganztägig anbieten. So können sich die Tiere jederzeit frei zwischen Stall und Wiese bewegen. Wir versuchen natürlich durch Kauf, Pacht oder Tausch die Weideflächen um den Stall zu vergrößern, doch sind uns in dieser Beziehung bestimmte Grenzen gesetzt. Wir bleiben aber dran!

Rinder bleiben während der Weidesaison Tag und Nacht auf der Weide, nur die Kühe müssen zum Melken in den Stall kommen. Kälbchen bleiben, bis sie Gras verdauen können, ebenfalls im Stall und werden mit Vollmilch und Heu gefüttert. Aber auch sie haben einen Auslauf und wir haben seit 2018 eine eigene Kälberwiese angelegt.

Werden Kühe, Rinder und Kälber gleich gehalten?

Kühe und Rinder sollen in Liegeboxen gehalten werden. Man unterscheidet zwischen Hoch- und Tiefboxen: Hochboxen bestehen aus Gummimatten, die zur besseren Hygiene mit Stroh und Kalk eingestreut werden, während Tiefboxen wahlweise aus einem Stroh-Kalk-Gemisch, Sand, oder Kompost bestehen. Hinsichtlich des Arbeitsaufwands sind Hochboxen weniger arbeitsintensiv, doch auch hier muss täglich auf Sauberkeit geachtet werden, damit es nicht zu Euterentzündungen kommt. Für unseren Stall sind für die Kühe und älteren Rinder Tiefboxen und für die Jungrinder Hochboxen geplant.

Kälber werden in den ersten Lebenstagen in Einzelboxen gehalten, bis sie nach spätestens 7 Tagen in eine Kälbergruppe kommen. Sie liegen komplett auf Stroh und können sich in ihrem Abteil frei bewegen.

Wie viel kostet ein Kuhstall?

Der Stall hat ein Investitionsvolumen von ca. 2.500.000 €. Zusätzliche Kosten, die während der Bauphase entstehen könnten, sind darin noch nicht enthalten. Eine Kostenübersicht für Stallneubauten ist auf der obigen Grafik vom Institut für Agrarökonomie der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft zu sehen. Im Vergleich dazu wird deutlich, dass wir mit unserem Vorhaben mit rund 25.000 € (brutto) pro Kuhplatz inklusive Nachzucht weit über dem Durchschnitt liegen. Die Ursache für den massiven Preisunterschied ergibt sich zum größten Teil aus dem großzügigen Platzangebot für unsere Tiere.

Gibt es Hilfen oder Subventionen?

Wir sind in dem Förderprogramm "Einzelbetriebliche Investitionsförderung Landwirtschaft" aufgenommen. Die Maßnahme ist Bestandteil des Entwicklungsplans für den ländlichen Raum (EPLR 2014-2020) und wird mit Mitteln der Europäischen Union kofinanziert. Die Auswahl der geförderten Bauten wird anhand einer Rankingliste ermittelt. Dazu gibt es einen Kriterienkatalog, in dem die einzelnen Betriebe Punkte "sammeln" können, bspw. wenn sie von der Anbindehaltung auf Laufstallhaltung umstellen (4 Punkte). Die Zuschussbeträge, jeweils auf der Grundlage des förderungsfähigen Investitionsvolumens bezogen, betragen in der Basisförderung 20 % und in der Premiumförderung bis zu 40 %. Die Premiumförderung fordert besonders tiergerechte Haltungsformen, die wir mit unserem Konzept erfüllen. Wir bekommen bei einem Fördervolumen von knapp 2.500.000 € allerdings nicht 40 % subventioniert, da die Förderung ab 400.000 € gedeckelt ist. Damit beträgt der tatsächliche Subventionsanteil gemessen am angenommenen Investitionsvolumen 16%. Mehr Informationen gibt es auf der Seite des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Warum sollte ich spenden, sind die Subventionen nicht schon genug?

Ganz klar: Ohne die Subventionen wäre das Projekt Stallbau überhaupt nicht denkbar. Trotzdem sind die Beihilfen nicht genug, wenn man einen Stall besonders tier- und artgerecht bauen möchte. Großzügigere Ausläufe oder Liegeboxen, die nicht genutzt werden, sind "totes Kapital", was zusätzlich finanziert werden muss. Bei schwankenden Milchpreisen und einer Zucht- und Fütterungsphilosophie, in der nicht Milchleistung sondern Tiergesundheit im Mittelpunkt steht, sind solche Investitionen nicht nur eine besonders schwere Last, sondern unter Umständen sogar betriebsgefährdend. Wenn Sie sich für bessere Haltungsbedingungen einsetzen möchten, dann können Sie uns direkt unterstützen. Jeder Cent fließt ausschließlich in den Stallbau und kann dazu beitragen, ihn noch komfortabler und großzügiger zu gestalten.